Sektion Witten e.V.

Geschichte

Wie andere Alpenvereinssektionen, so plante auch die Sektion Witten schon in den dreißiger Jahren den Bau einer Hütte in den Alpen und zwar bei Pfunds in der Nähe des Reschenpasses.

Der Krieg hat die Pläne zerschlagen und das kleine Vereinsvermögen zerrinnen lassen. Nach dem Kriege, als die Sektion ihre Arbeit neu aufnahm, war aber allen Mitgliedern klar, dass eine so kleine Sektion keine Hütte in den Alpen tragen kann und damit war das Thema vom Tisch – oder doch nicht ganz?

Am großen runden Tisch der Essener Hütte im Rothaargebirge wurde es Ende der sechziger Jahre neu belebt. Gerade diese Mittelgebirgshütte ließ bei uns den Gedanken aufkommen, dass wir vielleicht auch so eine Hütte tragen könnten, die dem Vereinsleben neue Impulse verlieht, und so träumten wir an besagtem Tisch von „unserer“ Hütte und begannen Pläne zu schmieden.

Damit es keine Biertischträume blieben, wurde auf der Jahreshauptversammlung 1969 eine Hüttenbaukommission berufen, die unter der Leitung von Johannes Rothstein das Projekt intensiv verfolgen sollte. Zunächst suchten wir nach einem Objekt im Sauerland, fanden aber kein geeignetes, das unseren finanziellen Mitteln entsprach. Der weitere Ausbau der Sauerlandlinie ließ schließlich den Westerwald näher rücken, in dem zu diesem Zeitpunkt die Preise noch günstig waren. So wandten wir uns an einen Makler in Rennerod, und im Dezember 1970 fanden bei einer Besichtigung mehrerer Objekte drei Vorstandsmitglieder das alte Anwesen in Langenbach. Nachdem Johannes Rothstein und Horst Stehr das Haus angeschaut und für akzeptabel befunden hatten, beschloss der Vorstand einstimmig den Kauf, was die Jahreshauptversammlung am 03.02.1971 ebenfalls einstimmig billigte. Das Haus war noch bewohnt und ging am 01.04.1971 in den Besitz der Sektion Witten über.

Mit dem Kauf des Hauses war das Vereinsvermögen aufgebraucht und die Sektion hatte damals nur 140 Mitglieder.

Nachdem die vormaligen Besitzer ausgezogen und das Haus geräumt war, sah man erst, in welch schlechtem Zustand es sich wirklich befand und da kamen die ersten Reklamationen von Vereinsmitgliedern „Wie konntet ihr dieses Haus kaufen? Wo hattet ihr eure Augen? Da ist ja keine Wand gerade!“. Glücklicherweise blieb es nicht bei dieser Kritik, sondern gerade die schärfste Kritikerin half mit, am 01. Mai – wir waren zu dritt – die Lehmdecken abzuschlagen. Und wer schon einmal eine alte Lehmdecke abgeschlagen hat, der weiß, wie trocken dieser Staub ist!

Ausbau der Hütte Langenbach

Zu Pfingsten 1971 erfolgte dann der erste große Arbeitseinsatz. Zu unserer großen Überraschung fanden die Wittener Sektionsmitglieder sofort gute Unterstützung durch die neuen Nachbarn, die Familien Lupp und Wiederstein. Sie halfen mit Rat und Tat, mit Werkzeug und Trecker aus, um das Haus zu säubern und den Unrat abzufahren. Und dann folgten endlose Arbeitseinsätze unter der Leitung von Johannes Rothstein, dem damaligen ersten Hüttenwart, und Horst Stehr, der als Schreinermeister den Durchblick hatte. Schlimm war es am Anfang, als noch kein gemütlichen Raum vorhanden war, wo man abends nach getaner Arbeit sitzen konnte. Dann war die Küche ein armseliger Behelf, aber was sollte es – die Stimmung war immer gut. Ein harter Kern der Sektion hat diese ersten Arbeiten geleistet. Und diese Mitglieder haben nicht nur unentgeltlich in Langenbach gearbeitet, sie haben auch „zusammengeschmissen“ und eine „schwarze Kasse“ geführt, um notwendiges Material zu kaufen – einen Balken, ein paar Bretter, Nägel oder Haken. Und an jedem Sektionsabend kreiste in Witten der Hut für die Hütte.

Zunächst wurde der alte Wohnteil des Hauses ausgebaut, die Wände und Decken mit Rigipsplatten begradigt oder mit Holz getäfelt. Aus dem Stall wurden die Garderobe und sanitären Anlagen, aus dem Heuboden zwei große Schlafräume.

Am 28.10.1972 konnte endlich der erste Vorsitzende der Sektion, Karl Berger, bei einem Einweihungsfest die Hütte ihrer Bestimmung übergeben, was natürlich nicht bedeutete, dass sie etwa schon fertig gewesen wäre. Es war ein großes Fest mi vielen Freunden aus Witten, Langenbach, Wetzlar, Düren, Hagen, Siegen und Wuppertal. Nun konnte die Hütte etwa 30 Besucher aufnehmen und die Sektionsmitglieder begannen langsam, die Umgebung zu erkunden, denn bis dahin wurde nur gearbeitet. Trotzdem gingen die Arbeitseinsätze fast unvermindert weiter. Treppenhaus, Außenverkleidung, Dach, Garten – alles das, was zunächst nicht als vorrangig angesehen wurde, war nun an der Reihe. Als die neue Haustür eingebaut wurde, fand man unter dem alten Türrahmen ein uraltes Kneipenschild und ließ es an seinem Platz. Die Hütte war wohl einmal die älteste Kneipe Langenbachs – manchmal sieht es so aus, als hätten die Sektionsmitglieder sie wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt. Denn nun wurde auch mehr gefeiert und in besonders guter Erinnerung sind vielen Sektionsmitgliedern die Silvesterfeiern der ersten Jahre bei Feuerzangenbowle und wenn dann in der Nacht Günter Lupp, Emil Wiederstein und Erwin Sturm mit ihren Familien und Freunden herüberkamen, schmerzten uns morgens die Lachmuskeln.

Die Hütte gab uns weiter neue Aufgaben auf. Es war die Scheune mit ihrer baufälligen Giebelwand, die dringend saniert werden musste. Die Sektion war mittlerweile auf über 400 Mitglieder angewachsen. Ein Sektionsmitglied entwarf den Plan für den Ausbau der Scheune mit einem weiteren Tagesraum, zwei Schlafräumen und einer kleinen Teeküche, ein Architekt setzte die Ideen in die Tat um.

Die Hütte in Langenbach ist für die Sektion Witten des Deutschen Alpenvereins eine ewige Aufgabe, ein Zentrum und ein Ort der Begegnung mit anderen. Sie bereitet manchmal Sorgen, aber mehr Freude und Freunde. Als Beweis für das gute Einvernehmen sehen wir außer vielen Freundschaften die zwei Ehen, die zwischen Wittenern und Langenbachern inzwischen geschlossen wurden.

Hier gehts zur Bildergalerie der Wittener Hütte.